What has changed + Fig Tree
Event 25. Oktober
(Infos über event 22. November unten)
What Has Changed
Kurzfilm – 16 Min., 2022, Hebräisch mit EN Untertiteln
Regie: Salomon Chekol
Shai, ein äthiopisch-jüdischer Soldat der israelischen Armee, fährt für Pessach nach Hause – mit einem Essenspaket im Gepäck. Kaum angekommen, erfährt er, dass sein Vater ein Geheimnis hat. Ein stiller, eindringlicher Kurzfilm über das Jüdisch-Sein äthiopischer Herkunft im Israel der 2000er Jahre.
Fig Tree
Spielfilm – 93 Min., 2018, Amharisch mit EN Untertiteln
Regie: Aäläm-Wärqe Davidian
Addis Abeba, 1989. Mina ist 16, jüdisch und wird bald Äthiopien verlassen, um in Israel ihre Mutter wiederzusehen. Doch dieser Plan lässt den Menschen zurück, den sie am meisten liebt: Eli, ihren christlichen Freund, der sich in den Wäldern versteckt, um der Einziehung in Mengistus Armee zu entgehen. Eine Geschichte des Erwachsenwerdens – mitten im äthiopischen Bürgerkrieg.
Unsere Oktober-Ausgabe von „Transit“ widmet sich der Geschichte äthiopischer Jüdinnen und Juden in Israel – einer Migration, die bis heute kaum bekannt ist, innerhalb und außerhalb Israels. Über Generationen hinweg träumten äthiopische Jüdinnen und Juden von der Rückkehr nach Jerusalem. In den 1980er und 1990er Jahren führte der Staat Israel komplexe Operationen durch, um Zehntausende äthiopischer Jüdinnen und Juden in ihre „historische Heimat" zu bringen. Bei ihrer Ankunft wurden sie als „verlorene Stämme" der Bibel exotisiert – und sahen sich bald mit Rassismus, Diskriminierung und schwieriger Integration konfrontiert. Heute leben rund 178.000 Jüdinnen und Juden äthiopischer Herkunft in Israel.
Programm
Ab 10:00 Uhr – Einlass
11:00 Uhr – „What Has Changed"
11:20 Uhr – „Fig Tree"
ca. 13:30 Uhr – Gespräch im Foyer
Im Ticket enthalten: ein Bruschetta oder eine Sfogliata.
Gespräch
Yael Reuveny und Evgenia Gostrer (Kuratorinnen) mit Aktivistin Tikva Sendeke und dem Produktionsteam von „Fig Tree"
Thema
Die einzigartige Geschichte der äthiopisch-jüdischen Gemeinschaft und die Herausforderungen, mit denen sie bis heute konfrontiert ist.
Sprache: Englisch
Event 22. November
Rückblickend betrachtet
Kurzfilm – 15 Min., 2025, Deutsch mit englischen Untertiteln
Regie: Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi
Arbeitsmigrant:innen bauen ein Einkaufszentrum für die Olympischen Spiele 1972 in München. Im Jahr 2016 wird derselbe Ort zum Schauplatz eines rassistischen Anschlags. Der 15-minütige Essayfilm rückblickend betrachtet von Mila Zhluktenko and Daniel Asadi Faezi verwebt diese beiden historischen Ereignisse mit Sohrab Shahid Saless' Film Empfänger Unbekannt (1983) und macht mit großer Sensibilität Kontinuitäten von Hass und Rassismus in der jüngeren deutschen Geschichte sichtbar.
Das Deutsche Volk
Dokumentarfilm – 132 Min., 2025, Deutsch mit englischen Untertiteln
Regie: Marcin Wierzchowski
Der Film Das Deutsche Volk erzählt die Geschichte des rassistischen Anschlags von Hanau im Jahr 2020 aus der Perspektive der Hinterbliebenen und Überlebenden. Was sind die direkten und langfristigen Folgen eines solchen Anschlags für die Menschen und ihre Stadt? Regisseur Marcin Wierzchowski begleitet die Protagonist:innen vier Jahre lang mit der Kamera bei der Verarbeitung ihrer Trauer, aber auch in ihrem Kampf um Anerkennung und Zugehörigkeit zu dem Land, das sie ihre Heimat nennen. Wer darf Deutschland seine Heimat nennen?
Thema
In unserer November-Ausgabe von Transit zeigen wir zwei Filme über zwei der schwersten rechtsextremen Verbrechen der jüngeren deutschen Geschichte. Obwohl sie sehr unterschiedliche filmische Sprachen finden, weisen die Filme erstaunliche Parallelen auf. Beide zoomen nah an die Taten und ihre Folgen heran und erweitern zugleich den Blick: Sie zeigen, warum diese Verbrechen keine Einzelfälle sind, sondern tief in der deutschen Gesellschaft und Geschichte verankert sind. Beide Filme stellen Fragen nach Hass und Rassismus, Heimat und Zugehörigkeit – und richten den Blick dabei auch auf uns selbst: Was erzählen wir uns als Gesellschaft von Vielen? Wie erinnern wir an diese Ereignisse und wie halten wir die Erinnerung an sie wach?
Programm
Ab 10:00 Uhr – Einlass
11:00 Uhr – rückblickend betrachtet
11:15 Uhr – Das Deutsche Volk
ca. 13:45 Uhr – Gespräch im Foyer
Im Ticket enthalten: eine Bruschetta oder eine Sfogliata.
Gespräch
Yael Reuveny und Evgenia Gostrer (Kuratorinnen) mit den Filmemachern Marcin Wierzchowski und Daniel Asadi Faezi
Thema
Filmemachen über rechten Terror, die Protagonist:innen der Filme und die persönlichen Erfahrungen der Filmemacher mit ihrer Position zwischen Zugehörigkeit und Außenseitertum in Deutschland.
Sprache: Deutsch
Über den Veranstalter
Das Institut für Neue Soziale Plastik
Die Filmreihe findet in Kooperation mit dem Institut für Neue Soziale Plastik statt. Das Institut für Neue Soziale Plastik ist ein Zusammenschluss von antisemitismuskritischen / jüdischen Regisseur:innen, Dramaturg:innen, Autor:innen und Künstler:innen. Seit seiner Gründung 2015 entwickelt es künstlerische Projekte aus jüdischer Perspektive zu jüdischer Gegenwart und Geschichte sowie zu Erinnerungskultur und Antisemitismus. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Beratung von Kulturinstitutionen, freien Gruppen, Kurator:innen und Künstler:innen zum Thema Antisemitismus.
https://neue-soziale-plastik.de/de/

